Dialogreise 2026
Eindrücke der ersten BayCHINA Dialogreise nach China
„Servus China“ hieß es nach zwei intensiven Wochen voller Begegnungen und Gespräche, die uns von Beijing über Shanghai bis nach Shenzhen führten. Die erste BayCHINA-Dialogreise liegt inzwischen einige Wochen zurück und bot einer 14-köpfigen Delegation junger Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus unterschiedlichsten Forschungsbereichen die Gelegenheit, China teilweise erstmals persönlich kennenzulernen. Im Folgenden finden Sie einige Eindrücke und Highlights der Reise.
Auftakt in Beijing
Nach der Ankunft bildete ein Besuch an der China University of Political Science and Law (CUPL) den Auftakt der Reise. Geplant und begleitet wurde dieser Besuch durch die Kolleginnen des BayCHINA Liaisonbüros in Beijing. Hier trafen die Teilnehmenden zunächst auf Vertreter des DAAD und EURAXESS zu einem ersten Briefing zum Wissenschaftsstandort China. Sie erhielten Informationen zur Arbeit der Institutionen, zur Forschungslandschaft sowie zu Entwicklungen in der Wissenschaftspolitik vor Ort – darunter u. a. der aktuelle Fünfjahresplan.
Im Anschluss folgte eine Einführung in KI-Regulierungen und Datenrecht in China durch Frau Prof. ZHANG Linghan sowie ein Vortrag zur Internationalisierung und zu Bildungsallianzen für Rechtswissenschaften der CUPL durch Frau TANG Yan. Anschließend kamen die Teilnehmenden mit Promovenden und Studierenden der CUPL ins Gespräch. Ein Besuch in der Mensa sowie eine kurze Führung durch die Bibliothek rundeten den Aufenthalt ab und vermittelten der Delegation Eindrücke der chinesischen Hochschullandschaft und des Universitätslebens.
Der fachliche Dialog setzte sich am folgenden Tag an der Renmin-Universität fort. Nach einer Begrüßung durch Frau Prof. XU Zhengyuan und Frau Prof. MENG Hong, die alle Anwesenden auf Deutsch und Chinesisch willkommen hieß, stellten ausgewählte Personen beider Seiten ihre derzeitigen Forschungsgebiete und -arbeiten vor. Bei einem gemeinsamen Mittagessen blieb ausreichend Zeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen, sich kennenzulernen, aber auch das jeweilige System besser zu verstehen. Am Nachmittag bestand die Möglichkeit, am International Research Center of Big Data for Sustainable Development Goals mehr über ein großes Datenforschungszentrum zu erfahren und sich mit internationalen PhDs zur Promotion in China auszutauschen. Nach einer Führung durch Dr. CHEN Bowen durch das Center erhielt die Delegation Informationen zur aktuellen Forschung, wie z. B. Cultural Heritage und Coastal Protection, sowie zur Datenerhebung, beispielsweise durch Satelliten.
Am letzten Tag in Beijing stand das Gespräch mit Vertreter/-innen deutscher politischer Stiftungen und Forschungsinstitutionen vor Ort im Fokus. Die Gruppe erhielt Informationen zur Arbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie des Fraunhofer-Instituts in Beijing. Nach einer Einführung in die jeweiligen Projekte entstand eine angeregte und interessierte Q&A-Session – die Teilnehmenden interessierten sich insbesondere für die persönlichen Werdegänge der Anwesenden.








Austausch in Shanghai
Danach führte die Dialogreise die Gruppe nach Shanghai. Neben Universitäten wurden dort ebenfalls ein Unternehmen und das Deutsche Generalkonsulat besucht. Bereits der erste Tag bot ein volles Programm: Zunächst besuchte die Gruppe HintonAI – ein recht junges Unternehmen, das KI-Lösungen für die Wirtschaft anbietet. Nach einer Einführung durch Gründer und CEO LI Keping hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, die verschiedenen Roboter-Versuchsstationen aus erster Hand zu begutachten. Ein Highlight für alle war sicherlich die Gassi-Runde mit dem Roboterhund.
Danach folgte ein Besuch an der Fudan-Universität. Organisiert durch CHEN Jiehong vom Student Mobility Office konnte sich die Delegation bei einem Mittagessen mit PhDs der Fudan Universität austauschen. Im Anschluss gab es Präsentationen zur Fudan-Universität und der allgemeinen Internationalisierungsstrategie der Hochschule sowie einen Fachvortrag aus dem Bereich Chemie („Faserförmige Leuchtdioden“). Auch bei einer kurzen Campus-Tour wurde der fachliche Dialog fortgeführt.
Abschließend führte unser Weg zum Deutschen Generalkonsulat in Shanghai. Dort hatte die Gruppe die Gelegenheit, sich mit dem Personal vor Ort, insbesondere mit dem Konsul für Wissenschaft, Uwe Koch, über den Wissenschafts- und Forschungsstandort Shanghai zu unterhalten. Koch ging ausführlich auf die Fragen der Delegation zum Leben und Forschen sowie zu aktuellen Entwicklungen in China ein.
Der zweite und gleichzeitig letzte Tag in Shanghai fand an der Tongji-Universität statt. Nach einem freundlichen Empfang durch SU Jiwen vom International Office besichtigte die Gruppe gemeinsam die Gallery of Tongji University History, um mehr über die lange Geschichte und deutsch-chinesische Verbindung der Universität zu erfahren. Als eine der ersten Gruppen führte der Weg anschließend zum neuen Smart Campus Cockpit der Tongji Universität und danach zur Chinesisch-Deutschen Hochschule. Dort erhielten die Teilnehmenden eine Führung durch die Bibliothek und konnten bei einem Mittagessen die Eindrücke „verdauen“.
Am Nachmittag folgte ein Treffen an der Chinesisch-Deutschen Hochschule mit Dr. Jan Harder und PhDs. Nach einer Begrüßung durch den Direktor des International Affairs Office, YIN Wen, hielten beide Seiten Vorträge. Besonders interessant war ein vergleichender Vortrag zur Hochschulbildung in China und Deutschland. Im Anschluss blieb ausreichend Zeit, um sich in Gruppen zu verschiedenen Themen wie Higher Education System and PhD Structures, International Collaboration & Mobility und Academic Culture auszutauschen.
Abschluss in Shenzhen
Die Dialogreise fand schließlich ihren Abschluss in Shenzhen – dem Standort für Innovation und Entwicklung in China. Dort besuchte die Delegation den Campus der Tsinghua SIGS, die Shenzhen Institutes of Advanced Technology (SIAT) sowie den Campus der kürzlich gegründeten Shenzhen University of Advanced Technology (SUAT). Am Campus der Tsinghua-SIGS ging es vornehmlich um die Vorstellung des Standorts, aber auch um Rekrutierung – die Gruppe erhielt eine Einführung in die Nachwuchsrekrutierung durch den Deputy Director der HR-Abteilung, Prof. GAN Li. Danach folgten Laborbesichtigungen, eine Campus-Tour sowie ein gemeinsames Mittagessen mit internationalen PhDs.
Im Anschluss wurde die Gruppe am SIAT in Empfang genommen. Nach einer Q&A-Session mit Prof. Helmut Kettenmann aus Deutschland sowie zwei seiner Mitarbeitenden erhielten die Teilnehmenden außerdem eine Besichtigung der Brain Facility und eine Campus-Tour an der SUAT.
Am letzten Tag der Dialogreise besuchten wir zwei Unternehmen mit unterschiedlichen Ausrichtungen – iMakerbase und Siemens Healthineers. iMakerbase unterstützt verschiedene Start-up-Unternehmen aus aller Welt von der Idee bis zum Produkt sowie beim Markteintritt in China. Nach einer Firmenpräsentation erhielten die Teilnehmenden außerdem Eindrücke der verschiedenen Unternehmen vor Ort.
Danach folgte noch ein Besuch bei Siemens Healthineers. Dort erfolgten ebenfalls eine Firmen- und Produktpräsentation sowie eine Führung durch die Produktion vor Ort. Die Gruppe erhielt einen sehr interessanten Eindruck der Supply Chain eines deutschen Unternehmens in China. Dieser Unternehmensbesuch bildete gleichzeitig den Abschluss des Programms und damit auch den Abschluss der BayCHINA Dialogreise 2026. Nach einem Besuch der Nantou Ancient City begab sich die Gruppe zum Flughafen und trat den Rückflug nach Frankfurt an.




Neben dem fachlichen Dialog sowie den verschiedenen Besichtigungen und Terminen an chinesischen Universitäten sowie Forschungsinstitute hatten die Teilnehmenden der Dialogreise ebenfalls Zeit, Land und Leute kennenzulernen. Neben einem ausführlichen Kulturprogramm blieb ausreichend Raum für eigene Erkundungen an den einzelnen Standorten. So erhielt die Gruppe nicht nur einen Eindruck von der chinesischen Wissenschafts- und Hochschullandschaft, sondern auch von der chinesischen Kultur und dem Alltagsleben vor Ort. Ganz gleich, ob Bezahlen per App oder Bestellen per QR-Code – die Teilnehmenden lernten das Leben vor Ort kennen und konnten zugleich bei Besuchen wie der Verbotenen Stadt in Beijing oder der Teilnahme an einer Food-Tour in Shanghai die reiche Kultur Chinas erleben. Abseits davon bestand jederzeit die Möglichkeit, sich innerhalb der Gruppe und mit den Begleitpersonen über Eindrücke und Gelerntes zu unterhalten sowie diese gemeinsam zu reflektieren. So entstanden auch außerhalb des offiziellen Programms schöne Synergie- und Austauscheffekte.
Ein großer Dank geht hiermit noch einmal an alle Kooperationspartner in China und Bayern, die diese Reise durch ihre Kontakte ermöglicht haben. Darüber hinaus bedanken wir uns bei allen Universitäten, Institutionen und Unternehmen, die unsere Gruppe vor Ort in Empfang genommen und den fachlichen Dialog ermöglicht haben – insbesondere bei der China University of Political Science and Law, der Tongji-Universität und der Tsinghua SIGS für die freundliche Einladung der Delegation. Wir freuen uns auf eine weitere gute Zusammenarbeit im deutsch-chinesischen Wissenschaftsaustausch!
