Netzwerkevent 2025
"Risiko-Nutzen-Abwägung und unterstützende Prozesse für Hochschul- und Forschungskooperationen – mit Fokus auf China"
Am 20. November kamen Forschende, wissenschaftsstützendes Personal und politische Akteure in der Katholischen Akademie in München zusammen, um über Forschungssicherheit in Kooperationen und geeignete unterstützende Prozesse zu diskutieren. Die ganztägige Veranstaltung bot viel Raum für Wissensvermittlung und -austausch sowie Networking. Verschiedene gruppenorientierte Formate ermöglichten Begegnungen zwischen Teilnehmenden, die im Arbeitsalltag eher selten zusammenkommen.
Ein inhaltliches Highlight bildeten die Impulsvorträge von Dr. Gerold Heinrichs (DLR Projektträger) und Prof. Dr. Nina Nestler (Universität Bayreuth).
Dr. Heinrichs legte den Schwerpunkt auf Forschungssicherheit in internationalen Kooperationen sowie die Abwägung von Risiken und Chancen. Der DLR-PT stellte unter anderem seinen „Whole-of-System“-Ansatz vor, der Forschungssicherheit als Querschnittsaufgabe versteht und vielfältige Bereiche und Rollen innerhalb von Universitäten einbezieht.
Prof. Dr. Nestler widmete sich dem Thema hybrider Bedrohungen und dem potenziellen Missbrauch sicherheitsrelevanter Forschung. Neben der Darstellung rechtlicher Rahmenbedingungen betonte sie die Verantwortung der Wissenschaft im Bereich Compliance. Für einen umfassenden Schutz müsse das Zusammenspiel von Exportkontrolle, Ethik, Risk Assessment und Wissenschaftsdiplomatie gestärkt werden.
Ein weiterer zentraler Programmpunkt war die Vorstellung, praktische Anwendung und anschließende Bewertung des Risiko-Chancen-Analyse-Tools OPERATE. Nach einer Einführung konnten sich die Teilnehmenden anhand eines Testfalls selbst durch das Tool arbeiten und ihre Eindrücke in Gruppen reflektieren.
Am Nachmittag rückte die Mitigation von Risiken sowie die Intensivierung des Nutzens in internationalen Forschungskooperationen in den Fokus. In Kleingruppen wurden praktische Beispiele, Best Practices und bestehende Maßnahmen diskutiert, die helfen können, auftretende Risiken zu reduzieren und zugleich den Mehrwert von Kooperationen zu steigern.
Eine Erkenntnis des Tages war, dass eine nachhaltige Forschungskooperation mit China weiterhin möglich und sinnvoll ist. Voraussetzung dafür sind u. a. klare Rahmenbedingungen sowie transparente Prozesse an den Einrichtungen und Universitäten, die Entscheidungsfindungen unterstützen und dokumentieren. OPERATE kann dabei unterstützen – im Idealfall sollte das Tool in bestehende Prüfprozesse integriert werden.
Eine ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie auf unserer China Hub-Plattform.


